Komplementäre Methoden

Komplementäre Methoden sind Methoden, die zusätzlich zu schulmedizinischen Therapien angewendet werden können. Sie können die konventionellen Therapie begleiten, aber nicht ersetzen! Mit Unterstützung komplementärer Methoden sollen hauptsächlich Nebenwirkungen der Krebsbehandlung gemildert und somit die Lebensqualität der Patienten verbessert werden. Außerdem können einige Methoden zur Linderung von Schmerzen und zur Verbesserung des Immunsystems eingesetzt werden.

Was bei einigen komplementären Methoden jedoch fehlt, ist der Wirksamkeitsnachweis nach modernen wissenschaftlich-medizinischen Kriterien sowie die genaue Indikation. Eine Abklärung mit dem behandelten Arzt vor dem Beginn einer komplementären Therapie ist daher anzuraten, auch um mögliche Wechselwirkungen mit der konventionellen Therapie zu besprechen und vielleicht auch die indirekte Erfahrung des Arztes mit der Methode zu erfragen.

Die folgenden Informationen sind keinesfalls vollständig und sollen lediglich dazu dienen, einige der bekanntesten Methoden aufzuzeigen.

Misteltherapie

Mistelpräparate erfreuen sich großer Beliebtheit von Seiten der Krebspatienten und gehört zu den am häufigsten eingesetzten Krebsmitteln in Österreich. Mistelpräparate, die in Österreich zugelassen sind, werden je nach Präparat unter die Haut oder in den Muskel, meist möglichst tumornahe, gespritzt. Das Rohprodukt wird aus ausgepressten Blättern und -zweigen der "weißen Mistel" gewonnen, mit Wasser verdünnt und je nach Präparat mit Salzen oder anderen Stoffen zur Stabilisierung versetzt.

Bis heute sind die Wirkung und der Nutzen von Mistelpräparaten in der Krebstherapie unter Experten umstritten und Angaben über mögliche Nebenwirkungen können nicht für alle Mistelpräparate gleichermaßen beantwortet werden. Bei den meisten Mistelpräparaten kommt es Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle und es können grippeähnliche Symptome oder allergische Reaktionen auftreten. Im Allgemeinen sind Mistelpräparate jedoch gut verträglich.

Mistelpräparate sind in Österreich verschreibungspflichtig und werden meist zur Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten eingesetzt. Die Lebensqualität soll mithilfe der  stimmungsaufhellenden, immunsystemstärkenden und schmerzlindernden Wirkung der Präparate positiv beeinflusst werden. Außerdem soll der Einsatz der Mistelpräparate die Verträglichkeit der Chemo- und Strahlentherapie steigern, den Appetit steigern und den Schlaf verbessern. Eine Übernahme der Kosten für Mistelpräparate muss mit der jeweiligen Krankenkasse abgeklärt werden.

Hyperthermie

Bei Hyperthermie handelt es sich um die Behandlung durch Übererwärmung. Dabei handelt es sich entweder um eine Übererwärmung des ganzen Körpers oder aber einzelner Regionen, im Fall von Krebs beispielsweise einer Übererwärmung des Tumorgewebes. Sie soll die Chemo- und Strahlentherapie unterstützen und deren Wirkung verbessern, indem das befallene Gewebe während der schulmedizinischen Behandlung gleichzeitig durch große Hitze (zwischen 40 und 45 Grad) zusätzlich gestresst und somit empfindlicher gegenüber Zytostatika und Strahlen wird.  Durch die erhöhten Temperaturen weiten sich die Blutgefäße und das Gewebe wird stärker durchblutet. Im Zuge einer Chemotherapie gelangen die Zytostatika besser in das Tumorgewebe und gelangen auch in normalerweise weniger gut durchblutete Tumorbezirke. Im Falle von Bestrahlung soll auch erreicht werden, dass die Zellen, die nicht durch die Strahlentherapie geschädigt werden, durch die Hitze angegriffen werden. Das wiederholte und längerfristige Übererhitzen führt außerdem zur Bildung von Stresseiweißen, die als Signale für körpereigene Abwehrzellen dienen. Die alarmierten Abwehrzellen haben die Aufgabe, die betroffenen Zellen zu zerstören.

Traditionelle Chinesische Medizin

TCM sieht den Patienten in seiner Gesamtheit und möchte nicht nur die bestehende Krankheit behandeln, sondern den generellen körperlichen Zustand verbessern sowie das Immunsystem stärken. Obwohl die Traditionelle Chinesische Medizin eine eigenständige Größe ist, wird sie im Zug der Homepage als komplementäre Methode bezeichnet, da die Mehrheit der Methoden zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Minderung der Nebenwirkungen von schulmedizinischen Verfahren eingesetzt wird. Zu den Verfahren der TCM zählen Akupunktur und Moxibustion, Massagen, Bewegungsübungen, Arzneimitteltherapien und Diätetik. Der Einsatz von Methoden der TCM soll einerseits eine stärkere Wirkung der Chemo- und der Strahlentherapie ermöglichen, andererseits soll das Immunsystem gestärkt und die Lebensqualität verbessert werden. Die Verbesserung der Lebensqualität soll durch das Reduzieren und Bekämpfen von Nebenwirkungen ermöglicht werden. Mit dem Einsatz verschiedener TCM-Methoden sollen Symptome wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwächegefühle und Verdauungsprobleme behandelt werden. Bestimmten chinesischen Kräutern wird außerdem eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben. Nähere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Links.

Entspannung

In belastenden Situationen kann es oft schwer oder gar unmöglich sein, zur Ruhe zu kommen und einmal abzuschalten. Verschiedene Entspannungsverfahren können zur Reduktion von Stress und so zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation (nach Jacobson), Ruhebilder, Fantasiereisen, Meditation und Aufmerksamkeitslenkung gehören zu den bekanntesten Verfahren.

Beim Autogenen Training wird mithilfe von Autosuggestion versucht, einen Zustand innerer Ruhe herzustellen. Dies soll durch das Wiederholen von bestimmten Sätzen sowie das bewusste Spüren des Gesagten möglich sein.
PMR meint das abwechselnde Anspannen und Entspannen unterschiedlicher Muskelgruppen, durch das die Aufmerksamkeit auf den Unterschied zwischen Spannung und Loslassen gelenkt wird. Ziel ist es, nach längerem Training schneller auf entstehende Anspannungen reagieren und Verspannungen bewusst loslassen zu können.
Ruhebilder und Fantasiereisen zählen zu den sogenannten Imaginationstechniken. Mithilfe von Bildern, die vor dem geistigen Auge entstehen sollen, kann eine Auszeit vom Alltag aber auch eine symbolische Problembewältigung herbeigeführt werden. 
Unter Aufmerksamkeitslenkung versteht man die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand oder ein Detail. Dadurch soll das Aktivierungsniveau gesenkt, die Aufmerksamkeit fokussiert und die Ablenkung durch Reize von außen oder innen minimiert werden. Meditation bedeutet bewusstes Beruhigen des Geistes, das durch verschiedene Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen herbeigeführt werden kann. Generell werden passive (meist sitzend stattfindende) und aktive Arten der Meditation unterschieden. Zu den aktiven Meditationsformen zählen unter anderem Yoga, Tanz, Tantra, Musik und Kampf. Welche Form der Meditation zu wem passt, obliegt individuellen Bedürfnissen.

Beispiele für Entspannungsübungen finden Sie unter dem Menüpunkt Links.