Beratung, Behandlung und Unterstützung

Sich im Zuge einer Krebserkrankung Hilfe zu suchen, bedeutet keinesfalls, „schwach“ oder „verrückt“ zu sein. Manchmal ist es einfach nicht möglich, sich mit seinen eigenen Ressourcen aus schwierigen Situationen heraus zu kämpfen und diese zu bewältigen. Professionelle Unterstützung oder die Unterstützung durch andere Betroffene oder Angehörige zu suchen, ist eine sinnvolle Möglichkeit, um mit den Anforderungen besser umgehen zu können und hat keineswegs etwas mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil: Wenn man merkt, dass man Unterstützung braucht und diese dann auch aktiv sucht und in Anspruch nimmt, so ist das ein Zeichen von Stärke, Mut und hoher Eigenverantwortung.

Bereits während des stationären Aufenthalts im Krankenhaus haben Sie die Möglichkeit, auf Wunsch Kontakt mit einem Klinischen Psychologen/ einer Klinischen Psychologin aufzubauen. Haben Sie das Bedürfnis nach einer solchen Unterstützung, so sprechen Sie es einfach an.

Professionelle Hilfe (Psychologe, Psychiater, Therapeut) sollte aller spätestens dann zugezogen werden, wenn die Bewältigung des Alltags zwar körperlich möglich, aber aufgrund seelischer Belastung über mehrere Wochen hinweg nicht mehr möglich ist. Auch wenn vor der Diagnose Krebs bereits eine psychische Erkrankung bestanden hat, sollte eine Unterstützung durch Fachkräfte erfolgen. Bei schwerwiegenden und beeinträchtigenden psychischen Erkrankungen kann es nötig sein, unterstützende Medikamente einzunehmen. Diese werden als Psychopharmaka bezeichnet und beeinflussen die Konzentration oder die Aufnahme bestimmter Botenstoffe (beispielsweise Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, …) im Gehirn. Manchmal kann erst mit Einsetzen der Wirkung dieser Medikamente effektiv an einem Problem gearbeitet werden.

Welche Unterstützung am besten hilft, ist von Person zu Person unterschiedlich. Manchmal wird akut eine kurzfristige Hilfe gesucht, manchmal eine langfristige Behandlung in Erwägung gezogen.

Anlaufstellen

  • Krankenhäuser
  • Rehakliniken
  • Krebsberatungsstellen
  • Psychologen, Klinische und Gesundheitspsychologen, Psychoonkologen
  • Psychotherapeuten
  • Psychiater

Jede Form der Unterstützung sollte im „Hier und Jetzt“ arbeiten und sich auf die Ressourcen des Hilfe-Suchenden konzentrieren.

Ob in einer Selbsthilfegruppe, in klinisch-psychologischer Behandlung oder in Therapiegesprächen: Alle diese Anlaufstellen bieten Betroffenen in einem vertraulichen Rahmen die Möglichkeit, Emotionen anzusprechen, Fragen zu stellen, Gedanken auszusprechen und Gefühle loszulassen!