Gebärmutterkrebs

Vorwort

Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den Informationen um ALLGEMEINE INFORMATIONEN handelt und diese nicht eins zu eins auf Sie übertragbar sein müssen. Vor allem Prognosen und Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auf Sie zutreffen. Jede Erkrankung hat ihren INDIVIDUELLEN Verlauf!

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gebärmutterhalskrebs

Im Frühstadium (mikroinvasives Zervixkarzinom, FIGO Ia1) ist eine Konisation ausreichend, vor allem dann, wenn die Patientin noch einen Kinderwunsch hat. Dabei wird ein kegelförmiger Teil des Muttermunds und die Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals entfernt. Bei größeren, aber auf die Gebärmutter begrenzten Tumoren ist die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) mitsamt ihrem Halteapparat und den Lymphknoten entlang der großen Beckengefäße die übliche Therapie. Die Operation erfolgt per Bauchschnitt. Wie auch beim Eierstockkrebs kann, je nach Ausbreitung des Tumors, die Entfernung benachbarter Organe und umliegenden Gewebes erforderlich sein. Da hohe Radikalität bei der Entfernung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist, wird oft versucht, weniger radikal vorzugehen.

Im Falle einer bestehenden Schwangerschaft ist das weitere Vorgehen abhängig vom Tumorstadium sowie vom Fortschritt der Schwangerschaft. Das mikroinvasive Karzinom kann durch eine Konisation vollständig entfernt werden, die Schwangerschaft ausgetragen und das Kind auf natürlichem Weg geboren werden. In späteren Tumorstadien und einem frühen Stadium der Schwangerschaft sollte die entsprechende chirurgische Behandlung des Tumors durchgeführt werden, was gleichzeitig einen Abbruch der Schwangerschaft bedeutet. Ist die Schwangerschaft bereits weiter fortgeschritten, sollte mittels Kaiserschnitt eine Geburt so bald als möglich eingeleitet und danach eine Hysterektomie mit Lymphknotenentfernung durchgeführt werden.

Die Chemotherapie dient, wie bereits bei der Behandlung von Eierstockkrebs erwähnt, zur Eliminierung von Krebszellen, indem diese von ihrer Teilung und somit Vermehrung abgehalten werden. Leider können diese Wirkstoffe, wie ebenfalls bereits erwähnt, auch gesunde Zellen schädigen.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Strahlentherapie. Hier stehen zwei Verfahren zur Verfügung: die Kontaktbestrahlung und die perkutane Hochvoltbestrahlung. In der Erstbehandlung mit heilender Absicht werden sie immer kombiniert eingesetzt. Bei der Kontaktbestrahlung wird für kurze Zeit ferngesteuert eine Strahlenquelle in die Scheide eingebracht. Dadurch lässt sich die Strahlung mit exakter Planung sehr gezielt einsetzen: Das Tumorgewebe wird zerstört – ohne umliegende, empfindliche Organe wie Blase und Darm zu sehr zu belasten. Bei der perkutanen Hochvoltstrahlung wird die Bestrahlung von außen durch die Haut vorgenommen. Auch hier trägt die computerunterstützte Bestrahlungsplanung dazu bei, dass gesundes Gewebe möglichst wenig belastet wird.
Strahlen- und Chemotherapie werden heute meist kombiniert eingesetzt, da sie so wirksamer und die Behandlungsergebnisse besser sind. Eine solche Kombination der Therapien wird als Radiochemotherapie bezeichnet.

Gebärmutterkörperkrebs

Die Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs hängt ab von Tumorstadium, Tumorgrading und Alter der Patientin.
Die Standardoperation ist eine komplette Entfernung der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter und in den meisten Fällen auch der Lymphknoten im kleinen Becken. Manchmal ist im Anschluss an eine operative Therapie eine Strahlentherapie notwendig. Diese besteht aus einer von innen durch die Scheide verabreichten Bestrahlung, die je nach Erkrankungsstadium auch mit einer Bestrahlung von außen kombiniert wird.

Eine alleinige Strahlentherapie kommt nur bei Patientinnen infrage, die nicht operiert werden können.

Wie laufen diese ab?

Gebärmutterhals- und Gebärmutterkörperkrebs

Sowohl die Operation als auch die Chemotherapie laufen vom Prinzip her relativ ähnlich ab wie bei der Behandlung von Eierstockkrebs (s.o.).

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?

Gebärmutterhals- und Gebärmutterkörperkrebs

Die Nebenwirkungen der Operation und der Chemotherapie ähneln denen bei der Behandlung von Eierstockkrebs (s.o.).

Eine Nebenwirkung der Strahlentherapie ist, dass sie die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigt und die Schleimhaut der Scheide so beeinflusst, dass diese ganz trocken wird. Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung im Sexualleben kommen. Weitere Nebenwirkungen können Entzündungen benachbarter Organe sein, vor allem der Harnröhre, der Blase sowie des Enddarms.

Was kann ich gegen Nebenwirkungen tun?

Der Umgang mit den Nebenwirkungen kann ebenfalls aus der Rubrik „Eierstockkrebs“ abgekupfert werden.

Prognose

Gebärmutterhalskrebs

Die Prognose des invasiven Zervixkarzinoms ist abhängig von Stadium, Differenzierungsgrad, Lymphknotenbefall, der Tumorart und der Behandlung. Dabei haben Adenokarzinome eine etwas schlechtere Prognose als Plattenepithelkarzinome. Auch eine alleinige Strahlentherapie ist mit einer etwas schlechteren Prognose im Vergleich zur operativen Behandlung verbunden.

Gebärmutterkörperkrebs

Vorstufen des Gebärmutterkörperkrebses lassen sich in fast allen Fällen vollkommen heilen und auch in sehr frühen Krebsstadien sind die Heilungschancen gut. Mit Zunahme der Größe und Ausdehnung des Tumors verschlechtern sich die Aussichten auf Heilung allerdings.

Nach zwei Jahren wird ein Rezidiv, also ein erneutes Wachstum von Tumorzellen, unwahrscheinlich. Allerdings bleibt für den Rest des Lebens ein erhöhtes Risiko, ein Mammakarzinom zu entwickeln.

Nachsorge

Gebärmutterhals- und Gebärmutterkörperkrebs

Um ein mögliches Rezidiv rechtzeitig entdecken und behandeln zu können, sind Kontrollen beim niedergelassenen Gynäkologen wichtig. Nach Beendigung der Therapie sollten betroffene Patientinnen für die ersten drei Jahre im Abstand von drei bis vier Monaten regelmäßigen zu Nachsorgeuntersuchungen gehen. Im vierten bis fünften Jahr sollten halbjährliche Kontrollen und die Jahre darauf die üblichen jährlichen Kontrollen erfolgen.

Rezidiv

Gebärmutterhalskrebs

Die Behandlung des Zervixkarzinomrezidivs ist abhängig vom Befund und der vorangegangenen Behandlung. Eine Operation beim zentral gelegenen Rezidiv ist meist im Sinne einer Hysterektomie möglich, wenn im ersten Krankheitsverlauf eine Strahlenbehandlung durchgeführt wurde. Patientinnen, die noch keine Strahlentherapie bekommen haben, können diese im Falle eines Rezidivs in Anspruch nehmen. Die Wertigkeit einer Radiochemotherapie beim Rezidiv ist noch nicht endgültig geklärt.

Gebärmutterkörperkrebs

Insgesamt entwickeln etwa ein Viertel aller Betroffenen im weiteren Verlauf der Erkrankung erneut einen Tumor oder Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen. Wurde der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt, erleiden nur fünf von 100 Frauen einen Rückfall. Auch hier besteht die Möglichkeit einer weiteren Behandlung wie im Fall einer Rezidivtherapie bei Zervixkarzinomen.