Eierstockkrebs

Vorwort

Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den Informationen um ALLGEMEINE INFORMATIONEN handelt und diese nicht eins zu eins auf Sie übertragbar sein müssen. Vor allem Prognosen und Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auf Sie zutreffen. Jede Erkrankung hat ihren INDIVIDUELLEN Verlauf!

Eierstockkrebs - was ist das?

Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Eierstockes. In der westlichen Welt ist der Eierstockkrebs nach dem Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) und dem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) das dritthäufigste Genitalmalignom der Frau, tritt aber - verglichen mit anderen Tumorerkrankungen - eher selten auf.

Bei Eierstockkrebs kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum der Krebszellen, wodurch der Tumor das umliegende Gewebe - beispielsweise Darm oder Bauchfell - befallen kann. Verbreiten sich die Krebszellen über Blut- oder Lymphe, können sie sich auch in weit entferntere Organe absiedeln und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Ovarialtumore werden je nach Zelltyp in Oberflächenepithel-Tumore, Keimstrang-Stromatumore und Keimzell-Tumoren untergliedert. In mehr als der Hälfte der Fälle handelt es sich um Epitheltumoren.

Aufgrund fehlender Früherkennungsmaßnahmen und der Tatsache, dass es nur selten zu Frühsymptomen kommt, wird der Tumor meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Daher ist im Vergleich zu anderen gynäkologischen Tumoren die Sterbensrate etwa doppelt so hoch. In den letzten zehn Jahren ist die Mortalitätsrate jedoch rückläufig, da immer bessere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Epidemiologie

Das Ovarialkarzinom ist in Österreich mit rund 700 Neuerkrankungen im Jahr das achthäufigste Karzinom der Frau und, wie bereits erwähnt, das dritthäufigste Genitalkarzinom der Frau. Das Lebenszeitrisiko ein Ovarialkarzinom zu entwickeln beträgt ca. 1%, d. h. etwa eine von 100 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs.

Entstehung und Ursachen

Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei ca. 68 Jahren. Bei Frauen unter 50 Jahren tritt diese Krebsart dagegen selten auf.

Auch genetische Faktoren sind bekannt, die eine Erkrankung wahrscheinlicher machen. Der Tumor tritt in diesem Fall familiär gehäuft auf. Meist handelt es sich dabei um Mutationen in den sogenannten Brustkrebs-Genen BCRA 1 und BCRA 2.

Zusätzlich zu genetischen Einflüssen können Kinderlosigkeit wie auch Unfruchtbarkeit mögliche Risikofaktoren sein. Kinderlose und Spätgebärende haben gegenüber der Normalbevölkerung ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken.

Auch ein niedriges Alter bei der ersten Regelblutung (Menarche) und/oder ein höheres Alter bei der letzten Regelblutung (Menopause) stellen mögliche Risikofaktoren dar.

Die Wahrscheinlichkeit an einem Ovarialkarzinom zu erkranken erhöht sich bei Frauen, die während der Wechseljahre oder danach eine Hormonersatztherapie erhalten. Nutzen und Risiken einer solchen Therapie sollten daher unbedingt mit dem Gynäkologen besprochen werden.

Auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) erhöhen das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken.
Die Entstehung des Ovarialkarzinoms wurde mit der Anzahl an Eisprüngen (Ovulationen) im Leben einer Frau in Zusammenhang gebracht. So wirken sich Umstände, die einen Eisprung unterdrücken, positiv auf das Erkrankungsrisiko aus. Hierzu zählen Anzahl an Schwangerschaften und Geburten, Stillzeiten, späte Menarche und frühere Menopause sowie die Anwendung hormoneller Mittel zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeptiva).

Symptome

Eierstockkrebs ruft oft für lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome hervor, weshalb der Tumor lange Zeit oft nicht bemerkt und infolge dessen erst spät entdeckt wird. Die Mehrheit aller Frauen hat bei Diagnosestellung bereits eine fortgeschrittene Tumorerkrankung.

Unbestimmte Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Völlegefühl und Bauchschmerzen, ausgedehnte Müdigkeit, Leistungsminderung, Gewichtsverlust oder Blutungen außerhalb der regulären Monatsblutung oder nach der Menopause können mögliche Anzeichen sein. Manchmal kommt es zu einer Zunahme des Bauchumfangs aufgrund von Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum.

Prävention und Früherkennung

Je früher Eierstockkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Eierstockkrebs. Einerseits können durch Abtasten der Eierstöcke etwaige Veränderungen festgestellt werden, wobei Frühstadien von Ovarialkarzinomen selten tastbare Tumoren verursachen. Die Ultraschalluntersuchung stellt hier die Methode der Wahl dar. Besonders bei Frauen mit Beschwerden oder einem familiären Risiko für Unterleibstumoren sollte dieser (regelmäßig) gemacht werden.

 

Einen gewissen Schutz vor Eierstockkrebs kann auch die Verwendung hormoneller Kontrazeptiva bieten. Vor- und Nachteile müssen aber immer individuell mit dem Frauenarzt abgeklärt werden.