Gebärmutterkrebs

Vorwort

Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den Informationen um ALLGEMEINE INFORMATIONEN handelt und diese nicht eins zu eins auf Sie übertragbar sein müssen. Vor allem Prognosen und Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auf Sie zutreffen. Jede Erkrankung hat ihren INDIVIDUELLEN Verlauf!

Wie wird dieser diagnostiziert?

Gebärmutterhalskrebs

Einmal jährlich sollte im Rahmen einer Routinekontrolle beim Frauenarzt der PAP-Test gemacht werden. Mit den Ergebnissen aus diesem Test lassen sich symptomlose Krebsvorstufen oft frühzeitig erkennen und dann entsprechend effektiv behandeln. Bei leichten Veränderungen sind in der Regel außer der Routinekontrolle nach einem Jahr keine weiteren Maßnahmen erforderlich, da sich diese Veränderungen meist von selbst zurückbilden. Bei mittleren Veränderungen werden Kontrollen im Abstand von einigen Monaten angeraten. Wenn sich die Veränderungen nach einem Jahr nicht zurückgebildet haben, muss eine weitere Abklärung  durch eine Untersuchung des Gebärmutterhalses mittels Vergrößerungsoptik (Kolposkopie) und die Entnahme von Gewebsproben erfolgen. Wenn der Abstrich eine höhergradige Veränderung ergibt, erfolgen Kolposkopie und Biopsie ohne weiteres Zuwarten.

Die histologische Untersuchung von entnommenen Gewebeproben ermöglicht eine Diagnosestellung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen solchen Befund zu bekommen. Es erfolgt entweder eine Probenentnahme aus einem Bereich des Muttermundes, der sich bei der Kolposkopie als auffällig erwiesen hat (Biopsie, meist mittels einer kleinen Zange), oder es wird eine Ausschabung der Schleimhaut im Gebärmutterhals (Curettage) gemacht, wenn der Verdacht auf eine Veränderung im Gebärmutterhalsbereich besteht. Nach wiederholt auffälligen PAP-Tests und bei bioptisch gesicherten höhergradigen Veränderungen im Bereich des Muttermundes wird außerdem eine Konisation durchgeführt. Hierbei schneidet der Gynäkologe ein kegelförmiges Gewebestück aus Muttermund und Gebärmutterhals heraus, das das Gebiet mit den Zellveränderungen vollständig umfasst. Die Konisation erfolgt unter Narkose und wird meist mit der elektrischen Schlinge durchgeführt.

Um bei nachgewiesenem Karzinom die Tumorausdehnung präoperativ festzustellen, sind weitere Untersuchungen notwendig (MRT kl. Becken, CT Thorax + Abdomen, PET CT, Sonographie Niere, Zystoskopie, Coloskopie, Rektoskopie u.a).

Die Bestimmung von sogenannten Tumormarkern kann im Einzelfall nützlich sein, gehört aber nicht zum Routineprogramm.

Gebärmutterkörperkrebs

Kommt es außerhalb der Regel oder nach der Menopause zu Blutungen, sollte ein Gynäkologe zur Abklärung aufgesucht werden. Dieser kann mittels vaginaler Sonografie (Ultraschall-Untersuchung durch die Scheide) die Gebärmutter und die Eierstöcke untersuchen. Ist die Gebärmutterschleimhaut bei Frauen mit Blutungen nach der Menopause dicker als fünf Millimeter, liegt der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom nahe. Der transvaginale Ultraschall lässt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Endometriums zu, die Sensitivität und Spezifizität das Endometriumkarzinom betreffend sind aber schlecht.

Eine genaue Diagnose liefert eine Ausschabung der Gebärmutter. Um eine Gewebeprobe zu gewinnen, wird im Rahmen der Gebärmutterspiegelung die Gebärmutterschleimhaut ausgeschabt. Die mittels Curettage gewonnene Schleimhaut wird im Labor feingeweblich untersucht. So kann der Gynäkologe mögliche bösartige Veränderungen des Endometriums genau diagnostizieren.

Bestätigt sich durch die histologische Untersuchung die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs, kann mittels Magnetresonanztomografie (MRT) sowie mittels Computertomografie (CT) die Größe und Ausdehnung des Tumors präoperativ erkannt und eingeschätzt werden.

Was bedeutet diese Diagnose?

Eine genaue Diagnose kann erst nach dem operativen Staging gegeben werden. Der Vollständigkeit halber wird die Erklärung der Stadien jedoch kurz angeführt.

Gebärmutterhalskrebs

Liegt tatsächlich ein Gebärmutterhalskrebs vor, müssen die Größe und die mögliche Ausbreitung des Tumors auf umliegende Organe sowie mögliche Metastasen an anderen Stellen des Körpers genauer bestimmt werden.

Je nachdem, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und welche Gewebsschichten betroffen sind, wird Gebärmutterhalskrebs, nach der internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtskunde, in folgende Stadien eingeteilt (FIGO-Klassifikation, Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique). Die Erkrankung wird nach Tumorstadien von I bis IV eingeteilt.

  • Stadium I: Der Tumor ist auf den Gebärmutterhals beschränkt. Bei IA ist er auf die Schleimhaut begrenzt oder dringt nicht tiefer als in die Hälfte der Muskelschicht ein. Bei IB ist die Hälfte der Muskelschicht oder mehr betroffen.
  • Stadium II: Der Krebs hat die Gebärmuttergrenze überschritten hat, aber weder die Beckenwand noch das untere Drittel der Vagina erreicht.
  • Stadium III: Der Krebs hat des untere Drittels der Vagina und/oder der Beckenwand befallen. Außerdem kommt es zu Nierenstauung und/oder Nierenausfall.
  • Stadium IV: Die Tumorzellen befallen zusätzlich die Blase und/ oder den Enddarm; es liegen bereits Fernmetastasierung in Leber oder Lunge vor.

Gebärmutterkörperkrebs

Je nachdem, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und welche Gewebsschichten betroffen sind, wird Gebärmutterkörperkrebs, nach der internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtskunde, in folgende Stadien eingeteilt (FIGO-Klassifikation):

  • Stadium I: Der Tumor ist auf den Gebärmutterkörper beschränkt. Bei IA ist er auf die Schleimhaut begrenzt oder dringt nicht tiefer als in die Hälfte der Muskelschicht ein. Bei IB ist die Hälfte der Muskelschicht oder mehr betroffen
  • Stadium II: Der Krebs geht auf den Gebärmutterhals über, breitet sich jedoch nicht über die Gebärmutter hinaus aus. Die Zellveränderung reicht bis ins Grundgewebe des Gebärmutterhalses (Stroma)
  • Stadium III: Der Krebs hat sich außerhalb der Gebärmutter ausgebreitet (zum Beispiel in Eileiter, Eierstöcke oder Scheide), reicht aber noch nicht über den Beckenbereich hinaus
  • Stadium IV: Die Tumorzellen befinden sich bereits außerhalb des Beckens in der Blasenschleimhaut oder auch in der Schleimhaut des Mastdarms (Stadium IVA) bzw. in anderen Organen und haben dort Fernmetastasen gebildet (Stadium IVB)

Was erwartet mich aufgrund dieser Erkrankung?

Je nach Stadium der Erkrankung muss mit einer operativen, chemo- und/ oder strahlentherapeutischen Behandlung gerechnet werden. Was genau das bedeutet, kann im Unterpunkt Therapie und Behandlung nachgelesen werden.