Eierstock und Gebärmutter

Der Eierstock – Aufbau und Funktion

Der Eierstock wird in der medizinischen Fachsprache als Ovar bezeichnet, ist paarig angelegt und zählt neben Scheide (Vagina), Eileiter (Tuben) und Gebärmutter (Uterus) zu den primären inneren Geschlechtsorganen der Frau. Die Eierstöcke sind in etwa pflaumengroß und befinden sich links und rechts neben der Gebärmutter und sind über die Eileiter mit dieser verbunden.

Die Eierstöcke sind weibliche Keimdrüsen, in denen einerseits befruchtungsfähige Eizellen heranreifen, andererseits die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen produziert werden.

Östrogene, auch Follikelhormone genannt, fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle. Außerdem melden sie der Hirnanhangdrüse (Hypophyse - sie ist eine Hormondrüse, die bei der Regulierung des Hormonsystems im Körper eine zentrale Rolle spielt) die Reife einer Eizelle und lösen somit indirekt den Eisprung aus. Dies geschieht etwa alle 28 Tage. Während des Eisprungs umgibt der Eileiter mit seinem trichterförmigen Ende den Eierstock und fängt die Eizelle auf. Die reife Eizelle wandert dann über den Eileiter in die Gebärmutter. Außerdem führen Östrogene dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut durchblutet, der Muttermund geöffnet und das Gebärmutterhalssekret durchlässig für Spermien wird. Gestagene, auch Gelbkörperhormone genannt, sind neben dem Östrogen die zweite wichtige Klasse der weiblichen Geschlechtshormone. Das Progesteron, ein Gestagen, bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor und verhindert eine weitere Eizellreifung, wenn es zu einer Befruchtung gekommen ist. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, wird es mit den oberen Schichten der Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen, die Monatsblutung (Menstruation) tritt ein.

Die Konzentration der Östrogene ändert im Verlauf des weiblichen Zyklus erheblich. Nach der Menopause (ca. ab dem 50. Lebensjahr) fällt die Östrogensynthese im weiblichen Körper stark ab.

Die Gebärmutter – Aufbau und Funktion

Die Gebärmutter wird in der medizinischen Fachsprache als Uterus bezeichnet und ist der Teil der weiblichen Geschlechtsorgane, in dem die befruchtete Eizelle bis zur Geburt heranreifen kann. Wie bereits erwähnt gehört die Gebärmutter (Uterus) neben Scheide (Vagina), Eileitern (Tuben) und Eierstöcken (Ovarien) zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen.

Die Gebärmutter ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne, ist durchschnittlich sieben bis neun Zentimeter lang und lässt sich in Gebärmutterkörper (Corpus uteri), Gebärmutterhöhle (Cavum uteri), Gebärmutterhals (Cervix uteri) und Muttermund (Portio) unterteilen. Die Innenseite der Gebärmutter ist mit Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet. Am oberen Ende (Fundus uteri) geht die Gebärmutter in die Eileiter über, durch welche sie mit den Eierstöcken verbunden ist. Das untere Ende der Gebärmutter ist der bereits erwähnte Gebärmutterhals, der im Muttermund endet und die Gebärmutter mit der Scheide verbindet.

Die Aufgabe der Gebärmutter ist es, eine befruchtete Eizelle zu beherbergen und ist aufgrund dieser Funktion das Sinnbild der Mutterschaft. Die Gebärmutter dehnt sich während der Schwangerschaft stark nach oben und zu den Seiten aus, reicht am Ende der Schwangerschaft bis an die Rippen. Sie schützt den Embryo bzw. Fötus und unterstützt durch die starke Muskulatur den Geburtsvorgang. Nach der Entbindung bildet sie sich wieder zurück. Tritt die Menopause ein, wird die Gebärmutter nochmals kleiner.