Stärkung des Immunsystems

Wie bereits erwähnt, nimmt die Anfälligkeit des Menschen gegenüber Krankheiten und anderen Störungen mit dem Alter zu. Abgesehen davon gibt es weitere Faktoren, die die Funktion des Immunsystems schädigen bzw. herabsetzen können:

  • starke gesundheitliche Beeinträchtigung durch Vorschädigung (beispielsweise bei chronischen Erkrankungen)
  • Immunsuppression, also die medikamentöse Hemmung oder gar komplette Unterdrückung der Immunreaktion (beispielsweise nach Organtransplantationen)
  • Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen
  • Mangelernährung und damit verbundene Unterversorgung
  • ungesunde oder unausgewogene Ernährung
  • Aufnahme von Umweltgiften
  • Einwirkung von ionisierender Strahlung
  • chronischer Stress
  • Schlafmangel
  • Bewegungsmangel
  • übermäßige Kälteeinwirkung (längerer Auskühlung oder gar Unterkühlung)

Die Kombination mehrerer Faktoren kann eine verstärkte Belastung für das Immunsystem darstellen.
Durch Studien mit Patienten, deren Immunsystem (durch AIDS oder eine Immunsuppression) geschwächt war, konnte gezeigt werden, dass das Immunsystem eine wichtige Rolle bei Krebserkrankungen spielt. In beiden Patientengruppen war das Krebsrisiko im Vergleich zur „Normalbevölkerung“ erhöht, wobei die Ursache für dieses erhöhte Risiko im Wesentlichen auf das geschwächte Immunsystem zurückzuführen war.

Natürliche Stärkung des Immunsystems

Ein gesundes und kräftiges Immunsystem kann Menschen dabei helfen, diverse Krankheitserreger zu bekämpfen, Krankheitssymptome zu mildern, den Krankheitsverlauf zu verkürzen oder überhaupt den Krankheitsausbruch zu verhindern.

Als Grundlage für ein gesundes Immunsystem gilt:

  • ausgewogene Ernährung (Zuführung von allen für den Organismus notwendigen Stoffen -> siehe Ernährung und Krebs)
  • ausreichender und regelmäßiger Schlaf
  • regelmäßige Bewegung
  • Vermeidung von chronischem Stress
  • Sonnenlicht

Medizinische Stärkung des Immunsystems

Eine Methode, das Immunsystem durch eine vorbeugende Maßnahme gegen gewisse Infektionskrankheiten zu stärken, stellt die Impfung dar. Die aktive Immunisierung stellt die häufigste Form der Impfung dar. Bei dieser kommt es durch das Zuführen von abgeschwächten Erregern, toten Erregern oder bestimmten typischen Bruchstücken des Erregers (Eiweißstoffe und Zuckermoleküle) zu einer Anregung des Immunsystems zur Bildung einer Immunkompetenz, ohne dass dabei die Krankheit selbst ausgelöst wird. Als Reaktion werden spezifische Antikörper und Gedächtniszellen gebildet, die dann im Blut und in den Lymphbahnen zirkulieren. Kommt der Körper ein weiteres Mal mit dem geimpften Erreger in Kontakt, kann er diesen durch die bereits vorhandenen Antikörper und Gedächtniszellen schneller und effizienter erkennen und bekämpfen.

Die Aktivität des Immunsystems gegenüber Krebszellen stellt einen wichtigen Prognosefaktor für den Verlauf einer Krebserkrankung dar. Wie bereits erwähnt, ist es für das Immunsystem oft schwer, Krebszellen als solche zu erkennen. Genau dieser Faktor ist der Ansatzpunkt einer Krebsimmuntherapie. Mithilfe einer solchen Therapie sollen Krebszellen indirekt oder direkt über das Immunsystem zu bekämpfen. Zum einen kann dies durch eine unspezifische Stimulation des Immunsystems erfolgen, was zu einer Vermehrung der wichtigsten zytotoxischen Zellen (Zellen, die die Fähigkeit haben Gewebezellen zu schädigen) führt. Zum anderen kann eine Immunreaktion durch das Markieren von Tumorzellen mit Antikörpern ausgelöst werden.