Ernährung und Krebs

Einfluss von Ernährung auf Krebsentstehung

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern in Zusammenhang mit ungünstigen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Abschnitt einige Informationen zur Verfügung stellen, worauf man in puncto Ernährung in Bezug auf Krebsprävention, Immunsystemstärkung, Behandlungsunterstützung und Rezidivvermeidung achten sollte.

Ernährung zur Krebsprävention und Rezidivvermeidung

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung wird empfohlen, um das Erkrankungsrisiko zu vermindern und einem möglichen Rezidiv entgegen zu wirken. Das bedeutet eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Als einfache Faustregel gilt: pro Tag fünf Portionen Obst und Gemüse, je drei Portionen fettarme Milchprodukte und Kohlenhydrate und ein bis zwei Portionen Fleisch, Fisch oder Eier. Dazu über den Tag verteilt mindestens(!) zwei Liter Flüssigkeit aufnehmen und Fett und Zucker nicht gänzlich meiden, aber in Maßen zu sich nehmen. Einen guten Überblick bietet die Ernährungspyramide.

Ein paar einfache Maßnahmen bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln können verhindern, dass sich im Körper gesundheitsschädlichen Stoffe ansammeln können. Trockene und kühle Lagerung von Lebensmitteln kann die Schimmelpilzbildung vermeiden oder zumindest verzögern. Manche Schimmelpilze bilden krebserregende Stoffe, sogenannte Aflatoxine. Sollte sich also Schimmel auf den Lebensmitteln gebildet haben, sollte dieser nicht einfach herausgeschnitten und der augenscheinlich nicht-befallene Teil gegessen werden, da sich der Schimmel bereits nicht sichtbar durch den Rest des Lebensmittels gearbeitet haben kann.
Der Verzehr von Fleisch und Wurst sollte generell bei ca. drei Portionen pro Woche gehalten werden. Bei der Zubereitung von Fleisch sollte man außerdem zu starkes Erhitzen vermeiden, da so krebserregende Stoffe entstehen können.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht. Wer nicht auf Wein oder Bier verzichten möchte, sollte zumindest die Menge des konsumierten Alkohols beschränken. Für Frauen wird eine Maximalmenge von rund 10g Alkohol pro Tag empfohlen. Das bedeutet, dass entweder 250 ml Bier oder 125 ml Wein pro Tag getrunken werden dürfen.

Außerdem sollte ein Normalgewicht angestrebt werden. Es wird davon ausgegangen, dass Übergewicht und besonders Fettleibigkeit für ein Fünftel aller Krebstodesfälle bei Frauen zumindest mitverantwortlich ist. Hierbei stellt Insulin ein zentrales Bindeglied zwischen Übergewicht und Krebs dar, da auf den Krebsvorläuferzellen Rezeptoren für das Insulin sitzen, die nach der Bindung an das Hormon das Tumorwachstum fördern.

Ernährung bei Krebserkrankung

Durch Ernährung sind wir nicht imstande, den Tumor zu bekämpfen oder gar zu heilen. Allerdings können Krebspatientinnen mithilfe der Ernährung ihren Allgemeinzustand verbessern und so die Lebensqualität verbessern. Durch eine optimale Ernährung wird die Therapie besser vertragen, die Nebenwirkungen gemindert und die Genesung unterstützt.

Da es im Zuge der Therapie zu Nebenwirkungen und Beschwerden kommen kann, die die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen, ist es nicht nur aufgrund des hohen Stellenwertes gesunder und ausgewogener Ernährung, sondern auch zur Minderung von Nebenwirkung meist nötig, seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen.

Durch eine ausgewogene Ernährung sollen Ernährungsmängel vermieden, die Verträglichkeit der Behandlung unterstützt, das Immunsystem gestärkt und der Genesungsprozess gefördert werden.

Mangelernährung vermeiden

Absolut kontraproduktiv sind sogenannte „Tumor-Aushungerungskuren“, da der Körper dadurch nur zusätzlich belastet und geschwächt wird. Es ist wichtig, Mangelernährung zu vermeiden und genügend Kalorien zu sich zu nehmen, damit der Körper Energie für die Behandlungen hat.

Da im Zuge der Erkrankung und Behandlung der Appetit verloren gehen kann, ist es wichtig, jeden spontanen Hunger und jede Lust auf Essen zu nutzen. Die Mahlzeiten sollen so appetitlich wie möglich angerichtet werden. Auch Zwischenmahlzeiten werden empfohlen. Klare Suppen, bestimmte Gewürze (Basilikum, Petersilie, Koriander, Ingwer, Wacholder) sowie bittere Lebensmittel wie Grapefruits gelten als appetitfördernd. Wenn es mit dem Arzt abgesprochen ist, kann ein Aperitif vor den Mahlzeiten als Appetitanreger getrunken werden.

Um die nötige Energie mit der Nahrung leichter aufnehmen zu können, kann man die Mahlzeiten mit Butter, Obers, Rahm und Creme Fraiche verfeinern oder garnieren. Durch energiereiche Zwischenmahlzeiten (beispielsweise Puddings, Shakes, Kekse, Chips, Schokolade, …) und Getränke (beispielsweise Fruchtsäfte und Limonaden) können zusätzlich Kalorien aufgenommen werden.

Umgang mit Verdauungsproblemen

Im Laufe der Erkrankung können Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung den Alltag zusätzlich erschweren.

Wer unter Durchfall leidet, sollte mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen. Hierzu eignen sich Wasser, Tees, Elektrolytgetränke, verdünnte Fruchtsäfte und Suppen. Generell sollten kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt gegessen werden, damit der Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich belastet wird. Stopfende Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, helle Teigwaren, Schleim- und Reissuppe, zerstampfte Banane, Soletti sowie schwarzer Tee, Cola und Kakao aus Wasser sollten bewusst gewählt werden.

An Verstopfung können ballaststoffarme Ernährung, Flüssigkeits- und Bewegungsmangel schuld sein. Daher sollte, wie bereits erwähnt, mindestens 2 Liter Flüssigkeit zugeführt werden und Ballaststoffe, wie sie besonders in Vollkornprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst enthalten sind, aufgenommen werden. Laktose, also der in Milch- und Milchprodukten enthaltene Milchzucker, wirkt auf natürlichem Weg abführend. Auch Milchsäure, wie sie beispielsweise in Joghurt, Buttermilch, Sauerkraut und Kefir enthalten ist, und Fruchtsäure gelten als verdauungsfördernd. Ein altbewährtes Hausmittel ist das Trinken von Pflaumensaft sowie das Essen von eingeweichten Dörrpflaumen. Durch Bewegung kann die Darmtätigkeit gesteigert werden und eine Darmmassage im Uhrzeigersinn wirkt gegen die Verstopfung.

Ernährung bei Chemo- und Strahlentherapie

Aufgrund der Chemo- und Strahlentherapie kommt es meist zu Übelkeit und Erbrechen. Neben der Einnahme von Medikamenten kann diesen Nebenwirkungen auch durch das Anpassen der Essgewohnheiten so gut als möglich entgegengewirkt werden. Langsames Essen und gründliches Kauen kann die Verdauung unterstützen und dazu beitragen, dass der Magen nicht zu sehr belastet wird. Einengende und drückende Kleidungsstücke sollten vermieden und auf regelmäßige und tiefe Atmung - vor allem bei aufkommender Übelkeit - geachtet werden. Gerüche, die Sie als unangenehm empfinden, sollten Sie ebenfalls vermeiden.

Keimbelastung vermeiden

Wenn das Immunsystem aufgrund der Erkrankung und der Therapie angeschlagen ist, muss man besonders darauf achten, es nicht noch zusätzlich zu strapazieren und das Risiko von Infektionen dadurch zu erhöhen. Keimarme Ernährung kann einen großen Teil zur Minderung der Immunsystembelastung beitragen.

Generell ist auf Hygiene und Sauberkeit in der Küche zu achten. Es wird empfohlen, den Mist regelmäßig zu entsorgen (am besten täglich) und die Küchengeräte (Herd, Mikrowelle, Backofen, Kühlschrank) sauber zu halten. Schneidbretter, Unterlagen, Geschirr und Besteck müssen immer gründlich gereinigt und Geschirrtücher, Fetzen und Schwämme sollten so oft wie möglich gewechselt werden. Auch auf die Sauberkeit der Hände ist zu achten. Die Lebensmittel sollten immer möglichst frisch sein, kühl gelagert und nach Erreichen des Ablaufdatums nicht mehr gegessen werden. Bei der Zubereitung der Speisen immer möglichst schonend vorgehen und die Speisen immer „gut durch“ verzehren. Werden Lebensmittel roh verspeist, so müssen diese gründlich gewaschen werden. Lebensmittel wie Geflügel, Fisch und Eier, die mögliche Salmonellenquellen darstellen können, sollen getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert und zubereitet werden.